Ich bin 1972 in Isfahan im Iran geboren. Schon sehr früh habe ich mich für Musik interessiert und wünschte mir, ein Instrument zu erlernen. Allerdings ergab sich diese Möglichkeit erst viel später, als mich mein Schicksal nach Deutschland verschlug. Über verschiedene Stationen gelangte ich nach Hannover und landete glücklicherweise in einer Musiker-Wohngemeinschaft. Dort übten fünf Musikstudenten abwechselnd den ganzen Tag und schufen so einen nicht abreißenden harmonischen Klangteppich. Es blieb mir nichts anderes übrig, als daran teilzunehmen. Ich tauschte also mein Skateboard gegen eine Gitarre. Die ersten Akkorde brachte mir mein Vermieter bei. Alles Weitere, um Beatles oder The Doors spielen zu können, eignete ich mir mit Hilfe von Büchern aus der Leihbücherei an.

Die Schulband ermöglichte mir, wie vielen aufstrebenden Musikern, den ersten Auftritt. In den folgenden Jahren wirkte ich in vielen Bands mit und lernte eine Menge dazu. Stilistisch war ich nicht festgelegt, und so spielte ich sowohl persische Popmusik als auch Rock und Funk. Dann entdeckte ich die afrikanische Musik, die mir pure Lebensfreude vermittelte. Ich hatte Projekte mit Musikern aus Mali, Madagaskar und dem Senegal.

Mit der Zeit wurde mein Interesse für die Welt der Trommeln geweckt. Ich begeisterte mich für die Fingerfertigkeit im Spiel der persischen Kelchtrommel Tombak und fing an, darin Unterricht zu nehmen. Später erweiterte ich mein Repertoire um Rahmentrommel und Cajon.

Einen entscheidenden Wendepunkt in meinem musikalischen Werdegang stellte die Gründung des Gitarrenduos rangin im Jahr 1999 dar. Rangin ist bis heute eine große Herausforderung, an der ich gewachsen bin und die mein Gitarrenspiel prägt. Seitdem haben wir vier CDs veröffentlicht und unzählige Konzerte gespielt.

2004 lernte ich auf einem Festival die mongolische Musikgruppe Transmongolia kennen. Wir hatten auf Anhieb eine sehr gute gemeinsame Welle. Daraufhin wurde ich eingeladen, mit ihnen Konzerte zu spielen und bei ihren CD-Aufnahmen mitzuwirken. Damit öffnete sich für mich eine neue Dimension der Ton-Wahrnehmung. Die Einfachheit und die Magie dieser Musik, die sehr auf das Spielen mit Obertönen ausgelegt ist, finde ich faszinierend. Ich wünschte mir, die orientalische mit der mongolischen Musik zusammenzubringen, und so gründete ich mit zweien von ihnen die Musikgruppe Sedaa.

Um all die Erfahrungen der letzten Jahre zusammen zu tragen, habe ich mich auf den Weg gemacht, meine erste Solo-CD aufzunehmen. Da ich zwei Jahre lang Tag und Nacht mit der Umsetzung beschäftigt war, fühlt es sich für mich fast wie ein Lebenswerk an. Mit dem Ergebnis bin ich sehr glücklich und freue mich, dieses Glück mit Euch teilen zu können.